Geschichte der DPSG im Bistum Hildesheim

Am 7. Oktober 1929 wurden die ersten katholischen Pfadfindergruppen, die sich in der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg zusammengeschlossen hatten, in Altenberg „zur Probe“ in den Katholischen Jungmännerverband aufgenommen.

Diese vorläufige Aufnahme, der damals 800 Mitglieder starken DPSG, wird als der Geburtstag des Verbandes angesehen.

Ab diesem Gründungsdatum, bis zum Ende des Jahres 1930, waren im Bistum Hildesheim zunächst noch keine DPSG Stämme vertreten. Aber schon gut 15 Monate später sollte sich das ändern.

Die ersten konkreten Spuren der Georgspfadfinder im Bistum Hildesheim sind auf den Anfang des Jahres 1931 zu datieren. Es ist dies das Gründungsjahr des ersten Stammes in Göttingen, und damit die Keimzelle der DPSG im Bistum Hildesheim.


Jeder Stamm der DPSG war und ist nach den Grundsätzen des Bundesstatuts bzw. der späteren Bundessatzung (ab 1970) in eine der Gliederungsebenen eingebunden:
„Die Stämme einer Diözese schließen sich zur Landespfadfinderschaft zusammen“.

Diese Zielvorstellung war im Jahr 1931 für den Stamm Göttingen noch nicht realisierbar. Er war zu dieser Zeit der einzige Stamm im Bistum Hildesheim – dem Land Hildesheim – und somit der Reichsleitung der DPSG direkt zugeordnet.

In den folgenden Jahren wurden weitere Stämme im Land Hildesheim gegründet. Ab 1932 wurden die zu dem Zeitpunkt bestehenden Stämme sowie die nachfolgenden gleichermaßen, vom Landesfeldmeister der Landespfadfinderschaft Paderborn geführt.

Bis zum Verbot der DPSG entstand aus verschiedenen Gründen keine, durch die Reichsleitung anerkannte Landespfadfinderschaft Hildesheim.

Nach dem Ende des Krieges begann erneut der Stamm Göttingen, bereits 1945, mit dem Wiederbeginn der DPSG Arbeit – als Gemeinschaft St. Georg, Stamm Göttingen. Die Zeit von 1945 bis 1948 wurde aufgrund von Personalentscheidungen durch den Bundesfeldmeister Hans Fischer zur nicht ganz einfachen Aufbauzeit des Landes Hildesheim.

Ein Ereignis aus dem Jahr 1949 ist für die Geschichte der Georgspfadfinder im Bistum Hildesheim von besonderer Bedeutung:

Auf Einladung des amtierenden Landesfeldmeisters versammelten sich die Führer der zu diesem Zeitpunkt bestehenden anerkannten Stämme zum 1. Landesthing (6.-7. August 1949) auf dem Wohldenberg. Mit dabei waren auch der Gaufeldmeister und Gaukurat des kürzlich gegründeten Süd-Gaues. Auf der Tagesordnung standen u. a. die Wahlen für den Landesfeldmeister und den Landeskuraten. Beide Führungsämter konnten entsprechend besetzt werden.

Ausgehend von diesem 1. Landesthing entwickelte sich zweifelsohne ein neuer Abschnitt in der Entwicklung des Landes Hildesheim. Das Jahr 1949 wird daher auch als Gründungsjahr der Landespfadfinderschaft, dem heutigen Diözesanverband, gewertet.

Wie eingangs vorgestellt, begann die Geschichte der DPSG im Bistum Hildesheim allerdings bereits im Jahr 1931.


Gliederung des Kapitels


Von der Stammesgeschichte zur Landesgeschichte
Durch intensive Forschung und Recherche über die Göttinger Stammesgeschichte sind viele Erkenntnisse zur Arbeit der DPSG in unserem Bistum Hildesheim transparent geworden. Einige neue Quellen konnten erschlossen und für unsere Zielsetzung bearbeitet werden. Da lag es auf der Hand, diese zusätzlich gewonnenen Ergebnisse zu einer „beginnenden Geschichte“ der DPSG im Bistum Hildesheim zusammenzufassen. Die bisher allenfalls in Bruchstücken bekannte frühe Zeit aktiver DPSG Arbeit, konnte somit um interessante neue Aspekte erweitert und ergänzt werden.

Unsere Berichtsschwerpunkte
Ich denke, es ist gelungen, die Zeit der Aufbaujahre und dem Wiederbeginn im Land Hildesheim anhand der erarbeiteten Texte, im Zusammenspiel mit den Berichten aus unserer Archivhomepage, lebendig werden zu lassen.
Die aktive Zeit von 17 Jahren DPSG im Bistum Hildesheim sollte nicht in Vergessenheit geraten. Vielfach bildeten sie ein Fundament für ihre künftige Entwicklung und haben teilweise sogar die Kriegswirren überdauert, wie es das Beispiel des Göttinger Stammes belegt.

Viel Freude beim Eintauchen in die DPSG Geschichte innerhalb des Bistums Hildesheim.
Manfred Reddig, 2020