Jungpfadfinder bauen Krippe
Truppleiter Wolfgang Saul hatte seine Jungpfadfinder überzeugen können, für die Kapelle in Rittmarshausen eine Krippe anzufertigen. Sie sollte zur diesjährigen Weihnachtszeit ein schmückendes Element werden.
Der Truppführer fertigte eine Grobskizze an und achtete dabei darauf, dass der Krippenstall im Stil der Gebäude unserer näheren Heimat gestaltet wurde.
So besorgten die Jungen zunächst im Göttinger Hainberg viele kleine Kalksteine, aus denen sie die Mauern herstellten.
Mit Gips verfugt, entstand so nach und nach ein etwa einen Meter großer Krippenstall. Diese Arbeit leisteten die Jungen überwiegend in eigener Verantwortung. Nun ging es noch darum, einige Krippenfiguren anzufertigen. Hier war der Truppführer wieder gefragt.
In Anlehnung an vergleichbare Skulpturen des Künstlers Ernst Barlach, die oftmals sehr einfach gehalten sind, fertigte Wolfgang erneut maßstabsgetreue Skizzen an. Nachdem die Figuren gebrannt und die Krippe dekoriert waren, freute sich die Gemeinde über das schöne Stück.
Nachfolgend eine Abbildung im Postkartenformat von der Krippe.
„Zu Weihnachten bastelten wir mit unserem Trupp eine Krippe für eine Diasporakapelle. Die Figuren wurden aus Ton hergestellt (nach Vorlage von Ernst Barlach) und
das Krippenhaus aus Steinen, die mit angetöntem Gips vermauert wurden (Gewicht etwa 100 kg).
Hergestellt wurde die Krippe in den Sippenstunden, in denen ich allerdings immer erscheinen musste. Die Jungen waren allgemein gut dabei, und die Eltern haben, nachdem sie die Krippe gesehen hatten, vergipsten Hosen vergessen.“
Abschrift aus einem Brief von Wolfgang Saul vom 17.01.1960
Die Kapelle war in der ehemaligen Zuckerfabrik 1958 eingerichtet worden und trug den Namen „Zum Heiligen Kreuz“. Erst 1997 wurde diese Notkapelle durch einen Neubau am Westrand von Rittmarshausen ersetzt.