Teilnehmer


Die große Radtour
der Rover









Tourkarte Tourkarte



Vorbereitungen

Zur Finanzierung unserer Tour arbeiteten wir stundenweise im Fruchthaus Rittmeier. Durch die Unterstützung von Michaels Eltern wurde es möglich, dadurch etwas Geld zu verdienen.

Wir sorgten für die Logistik und lernten zum Beispiel, dass Zitronen nicht in grüne, sondern in gelbe Netze gehören.


Im Frühjahr machten wir dann ein altes ausgemustertes Zelt der Stadt Göttingen wieder reisetauglich. Es wurden Risse genäht, geflickt und imprägniert.

Als Reiseverlauf wurden die folgenden Eckpunkte festgelegt:

Göttingen – Münster – 
Amsterdam – Arras – 
Paris – Reims – 
Luxemburg – Trier – Göttingen







Die Fahrt

Mit dem Zug ging es nach Münster. Die Fahrräder wurden damals separat zum Transport im Gepäckwagen aufgegeben.



Abfahrt Hauptbahnhof Göttingen



Start in Münster Start in Münster








In Münster hatten wir unsere erste Station bei einer Tante von Michael.

Start in Münster
v.l. Michael Seele, Bernhard und
Robert Macijewski, Dieter Schmirler



Von dort begann die Fahrt mit dem Fahrrad über Gronau bis nach Hilversum.


Am ersten Grenzübergang


Fahrradpanne Fahrradpanne






Unterwegs blieben wir, wie man es sich denken kann, leider von so manchen Fahrradpannen nicht verschont.

Am Schluss des Berichtes gibt es dazu eine bildhafte Zusammenfassung sowie eine Erläuterung zu einem der Fotos.




Die Jugendherberge nahe Hilversum, ein Pfahlhaus im Wasser, die Schlafkojen mit vielen Gästen unter dem Dach, war für uns eindrucksvoll.

Jugendherberge Jugendherberge Vor der Jugendherberge. Vor der Jugendherberge. Schlafkojen Schlafkojen

Weiter fuhren wir nach Amsterdam

Gruppenbild vor dem Oldtimerbus Gruppenbild vor dem Oldtimerbus Auf der Route trafen wir eine englische Pfadfindergruppe, die mit einem alten Reisebus unterwegs liegen geblieben war.

Ein nettes, freundschaftliches und mitfühlendes Zusammentreffen.
Michael und englischer Pfadfinder nach dem Halstuchtausch. Michael und englischer Pfadfinder nach dem Halstuchtausch.

Amsterdam bei Nacht Amsterdam bei Nacht



Amsterdam

In Amsterdam blieben wir mehrere Tage. Unsere Unterkunft, ein einfaches Hostel, befand sich in der Nähe des Rotlichtviertels, eine interessante Gegend.

Wir besuchten u. a. das Rijksmuseum (Reichsmuseum) mit dem Bild von Rembrandt „Die Nachtwache“ und auch das Anne-Frank-Haus.



Bei einer Grachtenrundfahrt erlebten wir Amsterdam aus einem ganz eigenen Blickwinkel.

Amsterdam Amsterdam
Grachtenrundfahrt, Bernhard Grachtenrundfahrt, Bernhard Grachtenrundfahrt, Robert Grachtenrundfahrt, Robert
Grachtenrundfahrt, Michael Grachtenrundfahrt, Michael Weiterhin interessierte uns der dortige Flughafen.

Flughafen Amsterdam Schiphol Flughafen Amsterdam Schiphol


Eine eindrucksvolle Hafenrundfahrt rundete den Aufenthalt ab.
Während der Hafenrundfahrt. Während der Hafenrundfahrt.

Von Amsterdam fuhren wir dann weiter über Den Haag, Rotterdam, Antwerpen, Gent, Roubaix nach Lille.

Mal suchten wir uns unterwegs bei einer Rast Schutz vor dem Regen, mal pausierten wir bei strahlendem Sonnenschein.

Pause bei bestem Wetter. Pause bei bestem Wetter.

Jugendherberge belegt! Jugendherberge belegt!
























Auf der Etappe von Amsterdam bis Lille schliefen wir meistens im Zelt, denn es kam vor, dass Jugendherbergen voll belegt waren, wie das Foto ausweist.



Neben dem schon damals eindrucksvollen Hafen Rotterdam sind mir die schönen Innenstädte von Antwerpen und Gent in Erinnerung geblieben.

In Lille steuerten wir die Jugendherberge an und waren glücklich, bei unserer späten Ankunft noch etwas in der Küche zum Essen zu bekommen. Für das Resteessen brauchten wir nichts bezahlen. Dafür haben wir dann abgewaschen.

Am nächsten Tag, mein Bruder Robert und Michael wollten wohl etwas in der Stadt erledigen, kam es zu einem Unfall.
Mein Bruder stieß bei der Ausfahrt aus der Jugendherberge mit einer jungen Dame auf einer Velo Solex heftig zusammen. Die Folge war, das Mädchen mit Prellungen, das Vorderrad am Fahrrad meines Bruders mit einer großen Acht.
Die Polizei kam, lud die Unfallbeteiligten ein und verschwand. Als nach einigen Stunden Michael und Robert wieder zurückkamen, war alles bis auf das Fahrrad erledigt.
(Die beiden wurden bei den Eltern des Mädchens freundlich aufgenommen und bewirtet. Das Versicherungsrechtliche wurde dabei telefonisch zwischen Polizei und meinem Vater, der in Frankreich aufgewachsen war, geregelt).
Das Fahrrad bekam ein neues Vorderrad, anstelle des Durchmessers der Felge von 26 Zoll jetzt, weil nicht anders möglich, mit 27 Zoll.

Robert repariert sein Fahrrad. Robert repariert sein Fahrrad. Auf dem Foto unten befinden wir uns vor der Jugendherberge. Im Hintergrund des Fotos (roter Pfeil) ist ein kleiner Ausschnitt von einer Velo Solex zu entdecken. Hierbei handelt es sich um ein Fahrrad mit Hilfsmotor.

Jugendherberge Lille mit Velo Solex Jugendherberge Lille mit Velo Solex
Das neue Vorderrad passt. Das neue Vorderrad passt.
In Lille nahmen wir uns die Zeit, fleißig Ansichtskarten zu schreiben.

Fleißiges Kartenschreiben in der Jugendherberge Lille. Fleißiges Kartenschreiben in der Jugendherberge Lille.
Ansichtskarte Ansichtskarte

Ergänzung:
In den gesammelten Archivunterlagen des Stammes befindet sich eine dieser Ansichtskarten. Sie wurden von den Rovern am 25.07. an den Lagerleiter Wolfgang Saul, der zur selben Zeit mit dem Göttinger Pfadfindertrupp im Sommerlager im Allgäu unterwegs war, verschickt.
Ansichtskarte Ansichtskarte

Weiter ging es zur Jugendherberge nach Arras

Der Geburtsort meines Vaters Bully les Mines war in der Nähe. Von Arras machten wir uns auf den Weg, um eine Tante von Robert und mir zu besuchen. Bedauerlicherweise fanden wir den Ort nicht.

Gedenkstätte Gedenkstätte Wir besuchten die Gedenkstätten des 1. Weltkrieges, das kanadische Nationaldenkmal auf der Vimyhöhe und die zugänglichen Stellungen.

Das Gelände wurde nach Beendigung des Krieges unverändert als Denkmal erhalten.
Tief beeindruckten die Gräber der Toten aus vielen Ländern.
Gedenkstätte Gedenkstätte Gedenkstätte Gedenkstätte

Von Arras fuhren wir mit dem Zug nach Paris

Nachts am Gare du Nord angekommen übernachteten wir zwischen den Schließfächern in unseren Schlafsäcken.

Morgens fuhren wir dann zu einer Jugendherberge. Soweit wie möglich nutzten wir bei gutem Wetter den Außenbereich der Jugendherberge.

Frühstück vor der Jugendherberge. Frühstück vor der Jugendherberge.
Morgenwäsche am Waschplatz vor der Jugendherberge. Morgenwäsche am Waschplatz vor der Jugendherberge. Mittagessen vor der Jugendherberge. Mittagessen vor der Jugendherberge.

An den folgenden Tagen besuchten wir die touristischen Sehenswürdigkeiten u. a. die Kathedrale Notre-Dame de Paris auf der Ostspitze der Seine-Insel Ile de la Cite und die Basilika Sacre Coeur in Montmartre.

Freiwilliger Reinigungsdienst! Freiwilliger Reinigungsdienst!





Einen Teil unseres Unterhaltes bestritten wir mit dem Sammeln und Einlösen von Pfandflaschen und mit der Reinigung der Stehklosetts in der Jugendherberge für Übernachtungsgutscheine.






Nachdem wir alles gut überstanden hatten, begann die Rückfahrt.
Von Paris fuhren wir nach Reims in der Champagne, besichtigten dort die geschichtsträchtige Kathedrale Notre-Dame. Weiter führte uns die Fahrt über Virton in Belgien durch Luxemburg bis Trier.

Unterwegs Unterwegs, Robert bei der Rast. Gut gestärkt und guter Laune.
147 Orientierungspause Ein steiles Teilstück. Michael stärkt sich.

In Erinnerung ist mir noch eine Übernachtung auf der Strecke in einem Rohbau in Frankreich. Ich meine, Robert und Michael fuhren zu einem nahen Bauernhof, um für uns Essen zu kaufen. Die Verständigung war schwierig, aber letztlich erfolgreich. Auf jeden Fall gab es dann reichlich Rührei zum Abendessen.

In Trier. In Trier.



Trier war der Endpunkt der Radtour.

Von dort ging es dann mit dem Zug nach Göttingen.



Was ist noch aus der Erinnerung bemerkenswert





Fotocollage von den leider unvermeidlichen Fahrradpannen

Immer mal wieder musste die Fahrt aufgrund diverser Pannen mit den Rädern unterbrochen werden. Bei den Zwangspausen während der Reparaturarbeiten wurde oftmals der Fotoapparat zu Dokumentationszwecken gezückt und es entstand eine Reihe von Fotos, die hier gesammelt vorgestellt werden.

Pannen ohne Ende. Pannen ohne Ende.

3. Preis: Die Fahrradpanne 3. Preis: Die Fahrradpanne


3. Preis

Zu diesem Foto erzählte Bernhard:
Zurück in Göttingen, schauten sie sich gemeinsam alle von der Fahrt geschossenen Fotos an. Dabei kam es zu der Idee, dieses Foto bei einem Wettbewerb
 – Bestes Urlaubsfoto in Göttingen – 
einzureichen.
Zur großen Freude wurde es mit dem 3. Preis ausgezeichnet!





Dank vom Archivteam
Dieser Fahrtenbericht konnte nur aufgrund der fundierten Erinnerungen, die Bernhard Maciejewski 55 Jahre nach der Fahrt formuliert hatte, erstellt werden. Michael Seele überließ dem Stammesarchiv die Dia-Sammlung zur Digitalisierung.