Stammeslager vom 15. bis 18. Juni am Kiessee in Göttingen
Schwerpunktthema: Apartheid


53 Teilnehmer aller Stufen nahmen an dem interessanten Lager teil. Die Pfadfinder hatten sich ein anspruchsvolles inhaltliches Programm vorgenommen
(siehe auch Einladung links).

Bei gutem Wetter gab es natürlich auch Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, wie beispielsweise ein Besuch im nahen Freibad oder Paddeln auf dem See.


Am 14.06.1989 erschien vorab der folgende Bericht im „Extra Tip“:

Bericht vom 14.06.1989 im „Extra Tip“



Wie bereits im Vorjahr erlaubte die Stadt Göttingen den Aufbau des Lagers auf der Wiese gegenüber dem Gebäude des Göttinger Paddlerclubs (GPC), deren Räumlichkeiten auch wieder genutzt werden durften
(siehe auch Genehmigung der Stadt links).



Die Programmübersicht vermittelt einen Eindruck von den vielfältigen Aktivitäten:

Programmübersicht


Im Pfarrbrief von St. Michael wurde der folgende Bericht über das Stammeslager veröffentlicht:

„Wir Pfadfinder haben wieder unser Stammeslager am Kiessee gemacht. Nun ja, ein Lager, an dem alle Stufen teilnehmen, findet jedes Jahr statt. Da ist ja ein Schultag dazwischen! Warum auch nicht – nach dem gemeinsamen Frühstück wurden die Schüler morgens vom Lagerplatz in die Schule gefahren, mittags/nachmittags wieder abgeholt und machten dann ihre Hausaufgaben gemeinsam.

Eine Messe unter freiem Himmel, die vielen noch lange im Gedächtnis bleiben wird, bei diesem Kuraten von Format nichts Außergewöhnliches.

Bis hierhin kaum etwas sonderlich Bemerkenswertes, wenn da nicht das Thema wäre. Nach langer politischer Abstinenz stellten wir das Lager unter das Thema ‚Apartheid in Südafrika‘, ganz im Zeichen der Südafrika-Dekade des BDKJ. Um uns in der ganzen Problematik nicht zu verlieren, konzentrierten wir uns auf das ungerechte System der Rassentrennung. Ziel war es, nicht nur darüber zu informieren und aufzuklären, sondern mit Rollenspielen und anderen praktischen Beispielen (wir erinnern uns an die Gesichter, als es bei Tisch Eis nur für Leute mit grünen Augen gab) ‚handgreiflich‘ die Situation der Betroffenen – soweit als uns möglich – nachvollziehbar zu machen. Mit dieser persönlichen Betroffenheit und nach Alltagsschilderungen von Südafrikanern, die wir als Gäste eingeladen hatten, gingen wir daran, das Erarbeitete auch für die Öffentlichkeit umzusetzen.

So informierte z. B. die Roverrunde am Samstag in der Innenstadt vor Banken und Großkaufhäusern mit Plakaten über die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen der Republik Südafrika und der Bundesrepublik, um darauf aufmerksam zu machen, dass auch wir – wenn auch nur indirekt – zur Stabilisierung eines Regimes beitragen, dessen Politik im krassen Gegensatz zum Evangelium steht.
Die Abschlussreflexion am Sonntag zeigte deutlich, dass unser Vorhaben, die Problematik näherzubringen, auch in der persönlichen Verantwortung, ein voller Erfolg wurde. (Yeti)“





Plan Kiessee mit Lagerplatz















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